Minimalismus
Kommentare 7

Balkongärtnern minimalistisch – die Ausstattung

Mein Balkon steht schon seit vielen Jahren ganz im Zeichen von minimalistisch 🙂 Ich kannte den Ausdruck zu der Zeit noch gar nicht und wußte auch nicht das es das überhaupt gibt, aber der Minimalist wohnt wohl schon immer in mir 🙂

Die Vorgeschichte

Mir ging es beim minimalisieren von meinem Balkon um ganz einfache Dinge, nämlich nicht jedes Jahr aufs neue Einjährige Pflanzen zu kaufen und neue Bodenbeläge, das wurde mir nämlich auf Dauer zu teuer. Nicht bei jedem Platzregen und Sturm auf den Balkon zu hetzen und die lieben Pflanzen in Sicherheit bringen zu müssen, das hat mich sowas von genervt. Denn war ich nicht zuhaus oder nicht schnell genug, dann hatte ich den Salat in Form von: Absaufenden Balkonkästen, Riesensauerei mit ausgespülter auf dem Balkon und an den Wänden verteilter Erde, zerrufte und plattgeregnete Blüten und Pflanzen usw. kurz gesagt: „Ich war traurig und wütend und genervt und überhaupt alles war einfach nur doof!“ So viel Liebe und Herzblut steckte ich in die Pflege meiner Lieblinge und dann innerhalb von Minuten alles für die Katz 🙁

Ich habe immer Petunien, Begonien, Männertreu, Husarenknöpfchen, Fuchsien, Lavendel in den Kästen gehabt. Eigentlich sehr anspruchslose Pflanzen die auch auf meinem Nordbalkon sehr Blühfreudig gewachsen sind. Aber auch die sind gegen einen kräftigen Sommersturm mit Starkregen einfach nicht wiederstandsfähig genug gewesen. Meine Versuche mit Rosen gingen leider auch voll in die Hose. Etliche male habe ich es versucht sie im Kübel heimisch werden zu lassen. Aber nach zwei Jahren sind sie immer so mickerig gewesen und dann eingegangen, das ich es aufgegeben habe. Rosen brauchen auch mal direkte Sonne sonst wird das nix. Auf meinem Nordbalkon hab ich nur indirekte Sonne, heißt von den hellen Wänden der Nachbarhäuser strahlt viel Licht auf den Balkon. Aber das langt leider nicht für meine geliebten Rosen, schade 🙁

Der Versuch eine weiße Hortensie über die Jahre zu bringen, schlug auch fehl. Die habe ich dann bevor sie komplett einging in den Garten meiner Schwiegereltern gesetzt. Das fand sie toll und ist wieder super gewachsen. Den Garten haben sie aber mittlerweile nicht mehr.

Gemüse und Kräuter funktioniert wegen fehlender Sonne leider auch überhaupt nicht. Wer Lust auf grüne Tomaten hat die winzig bleiben und hart sind der kann es ja versuchen wenn der Balkon im Norden liegt 😀 wir mochten das nicht *bäääh…… naja und die Kräuter wie Rosmarin, Thymian, Schnittlauch? Ihr könnt es euch denken, keine Chance die gehen ein weil sie einfach Sonne brauchen.

Die Ausstattung

Vor mehr als 10 Jahren hab ich mich entschieden das der Boden auf meinem Balkon Holzfliesen bekommen soll und einen Rand aus weißem Marmorkies. Denn die Jahre davor hatte ich immer so Matten die starke Ähnlichkeit mit den Matten beim Yoga oder Physio hatten. Schön waren die ja und dann in einem Orangeton, aber im laufe der Zeit bekommt man in den Löchern den Grünspan, Erde und Algenbewuchs nicht mehr weg. Also schon wieder dauernde Geldausgabe die ich nicht mehr wollte. Ich wollte was das langlebig ist und den Wetterkapriolen hier in Norddeutschland trotzt.

So kam ich auf Holz und da die Maße des Balkon nicht verändert werden können und die Holzfliesen genormte Maße hatten, war meine Idee schnell da den Rand mit weißem Marmorkies zu gestalten. Herr Aurelia rollte zwar mit den Augen angesichts des Preises für Holzfliesen und Kies, aber mein Argument: „Schatz das kauf ich jetzt einmal und dann haben wir Jahrzehnte Ruhe, das hält für die Ewigkeit.“ war dann doch Unschlagbar *schmunzel… Naja da wußte er ja auch noch nicht was die Säcke mit dem Kies so wiegen und wie viele davon auf unseren kleinen Balkon passen 😀

Zu der Zeit hatten wir noch ein Auto und Gartencenter und Baumarkt waren schnell angefahren und meine neuen Schätze eingeladen. Die Fließen aus Lärchenholz waren naturbelassen und ich brauchte eine Dose Holzschutzlasur in Mahagoniton (ich liebe Holz draußen in dieser Farbe) dazu damit sie auch wirklich lange leben. Im Keller wurden sie dann von mir lasiert und konnten in Ruhe durchtrocknen für ihren Einsatz auf meinem Balkon. Die Kiessäcke, erst mal zwei, kamen gleich auf den Balkon, später musste noch ein dritter her :mrgreen: zwei reichten nämlich nicht, weil ich auch Steine in den Töpfen verteilt hatte damit die Erde nicht ausschwemmt wenn hier wieder die Welt untergeht 😎

Das auslegen der Fliesen und die Umrandung mit dem Kies nahm einiges an Zeit in Anspruch, aber Spass machte es trotzdem. Hinterher konnte ich sagen jeder einzelne Kieselstein hat mit mir Bekanntschaft geschlossen 😆 ich kenn sie alle 😀 In der Umrandung aus Kies stehen dann noch verteilt meine Tontöpfe und einige Tonkugel. Soll ja auch schön aussehen 🙂 Die Tontöpfe und Kugeln habe ich schon ewig da sie mit der Zeit immer schöner werden durch die Patina die sie ansetzen (die blauen nicht). Ich mag das, wer das nicht mag sollte sie einmal im Jahr mit Essigwasser gründlich abbürsten.

fmfb_9001_04.16

fmfb_9000_04.16

Zwei Blumenkästen stehen in Halterungen auf der Balkonbrüstung. Es gibt Halterungen die man passgenau für jedes Balkongeländer zusammenschrauben kann. Darunter sind noch über Eck Halterungen angebracht wo ich einfache Holzlatten zu Regalbrettern umfunktioniert habe. Die Latten sind auch mit der Holzschutzlasur gestrichen und halten auch schon so lange wie die Fliesen, über 10 Jahre. Auf der anderen Seite sind Träger befestigt die mein Nachbar mir angefertigt hatte und auch da sind zwei Holzlatten zu einem Regalbrett drin vereint. Blau gestrichen passen sie zu den Blauen Kugeln. Ein bissel Farbharmonie muss bei mir sein, auch auf dem Balkon, da bin ich perfektionistisch veranlagt *lach….

fmfb_8999_04.16

fmfb_9013_04.16

In der Ecke unter der Fentserbank steht ein selbstgebautes Regal aus Sandsteinblöcken die ich im Keller gefunden hatte und alten Rgalteilen die mit Folie (Rest der rumlag) rundum beklebt sind damit sie nicht vom Regen aufquellen. Die Sandsteine sind mit weißem Acryllack angemalt. Das Regal steht mittlerweile bestimmt an die 15 Jahre dort.

fmfb_8998_04.16

Der Aufwand für die Pflege von Holz und Kies hält sich in Grenzen. Alle ein bis zwei Jahre bekommt das Holz einen frischen Anstrich mit der Lasur. Vor dem Streichen wird es gründlich mit Wasser vom Grünspan befreit. Die Fliesen werden mit einer groben Bürste abgefegt. Streichen und fertig.

Der Kies setzt über die Jahre Algen an die man so wie ich zu Anfang per Hand abwäscht, was nicht wirklich lustig ist 😯  oder man besorgt sich eine Sprühflasche mit Algenvernichter, das hab ich im letzten Jahr das erste mal gemacht. Den vorsichtig aufsprühen und warten und staunen wie die Algen von selbst verschwinden. Dauert ein paar Tage aber das Zeug wirkt zuverlässig. Ich bin lange gegen diese Mittel gewesen, aber alle paar Jahre jeden Stein von Hand zu waschen war mir einfach lästig. Einen Hochdruckreiniger kann ich schlecht auf dem Balkon verwenden, da wir keinen geschlossenen Balkon haben. Unserer hat eine Rinne und rundrum Spalten, da würden die Steine beim Nachbarn unten landen wenn ich die mit Hochdruck anpuste 😀 Nee das lass ich lieber und benutze dieses Algenzeug ganz sparsam und vorsichtig das nix irgendwo hinläuft und gut ist. Die Steine werden nur benetzt mit dem Zeug, also nicht patschnass gemacht, die Deviese lautet hier auch „wenig reicht auch“. Mein Balkon hat nach wie vor jede Menge Besuch von Krabbeltierchen, Bienen, Hummeln, Spinnen usw. also scheint es nicht so dramatisch zu sein 🙂  Ok, jetzt könnt ihr mich steinigen *Kopf einzieh…

So alle zwei bis drei Jahre nehme ich den Kies und die Fliesen hoch und fege den angesammelten Dreck darunter auf. Das war es dann auch mit der Pflege der Ausstattung.

Kurz gesagt im Frühjahr einmal ran klotzen und dann ist bis auf gelegentlich mal die Fliesen und Regale fegen die Putz/Pflegearbeit erledigt. Da kann man ganz entspannt das Frühjahr, den Sommer, den Herbst und den Winter den Balkon genießen. Denn alles was ihr auf den Bildern seht wird auch im Winter nicht reingeholt, es bleibt alles wo es ist, nämlich draußen auf dem Balkon 🙂 einfacher geht es nicht. (Die Bilder sind ganz frisch von heute)

Halt Stop und was ist mit den Pflanzen? Das steht alles im nächsten Blogbeitrag ganz ausführlich, welche Pflanzen und wie es mit dem Aufwand an Pflege aussieht usw. und mit Bildern was sich grad so tut in den Töpfen 🙂 sonst wird das hier zu lang.

 

Liebe Grüße

Aurelia

7 Kommentare

  1. Hallo Aurelia!

    Dein Balkon sieht wirklich wunderschön aus! Man sieht, mit wie viel Liebe Du ihn hergerichtet hast. Wie groß ist er eigentlich? Sieht riesig aus!

    lg
    Maria

    • Guten Morgen Maria,
      danke für dein Lob *freu….
      Der Balkon ist 2,50 m x 1,30 m groß, das er so riesig wirkt liegt an den Weitwinkelaufnahmen 🙂

      LG
      Aurelia

  2. Steinigen wäre vielleicht ein wenig übertrieben *gg* aber das Algenentfernzeug ist durchaus umweltschädlich (und nur weil die Insekten nicht auf der Stelle tot umfallen heißt das nicht, daß es ihnen nicht schadet. Leider.). Vielleicht ist es ja überlegenswert, ob man einfach mal ganz umdenken mag – Algen werden nach einigen Jahren von Flechten abgelöst, die von Moosen – letztere magst Du ja, wie ich im Pflanzen-Beitrag sehen konnte und erstere sind extrem wichtig für die Luftreinhaltung.
    Oder, wenn es schwerfällt, die grün überzogene Weiße zu ertragen – vielleicht einfach auf Steine aus der Umgebung umsatteln, die haben meist schon Flechten und Moose ganz umsonst dabei 🙂 und sind, da nicht weiß, nicht so augenbeleidigend, wenn die Natur sich über sie hermacht. Aber ehrlich gesagt, nach all der Arbeit mit den Kieseln würde ich das vielleicht auch nicht machen….
    Ansonsten ist es, finde ich, eh hübscher, dauerhaftes in den Töpfen zu haben als ständig neuzupflanzen. Und auch gleich naturschonender, denn die Plastiktöpfe der Pflanzen, die Torferde, in der sie ankommen, die Chemie, mit der sie in den Gärtnereien behandelt werden…. das alles ist nicht wirklich nachhaltig, und minimalistisch auch nicht (eher eine große Verschwendung)
    Mir gefällt übrigens der Gras-Topf sehr, und die Holzfliesen sind auch schön! 🙂

    • Hi Fjonka,
      danke fürs nicht Steinigen *lach……
      finde ich ja Interessant das die Algen zu Flechten werden °o° hatte ich nicht gewußt, ich glaub das wäre es wert das mal abzuwarten und die Kiesel nicht zu Besprühen. Ich bin da sehr neugierig und auch extrem Geduldig sowas zu beobachten 🙂
      Na schaun wir mal, wie ich ja auch im Blog schrieb ganz wohl fühl ich mich nicht mit dem Sprühzeug /o\ da tobt echt ein Kampf in mir zwischen „es soll gut aussehen egal also Chemie her“ und „das geht überhaupt gar nicht die Natur verpesten mit so einem Zeug“

      Das Gras ist schon ordentlich gewachsen, demnächst gibt es ein Bilder Update.

      LG Aurelia

      • Ähm – also, nicht Algen wandeln sich um in Flechten, sondern Algen werden durch Flechten abgelöst. So wie auf unbearbeiteten Böden einjährige abgelöst werden von mehrjährigen Pflanzen und später von Büschen und Bäumen.
        Da hab ich mich wohl etwas falsch ausgedrückt 🙂
        Auf das update bin ich gespannt 🙂

        • *lach…. Ok das leuchtet ein 😀

          Ein paar Bilder hab ich vorhin schon gemacht ein paar fehlen noch und dann gibt es nächste Woche einen Blogartikel dazu 🙂
          freu mich wenn du wieder vorbeischaust.

  3. Pingback: DIY – Balkontisch auffrischen – wenig reicht auch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.