Minimalismus
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Balkongärtnern minimalistisch – die Pflanzen

Meine Pflanzen

Jetzt kommen wir aber endlich zu den Hauptpersonen, die Bewohner meiner Töpfe und Kästen 🙂

Hier tummeln sich verschiedene Funkien, Farn, Gräser, Moos, Lebensbäumchen und alles was sich irgendwann mal so von ganz alleine aussät 🙂

Funkien

Meine Funkien leben teilweise seit mehr als 10 Jahren in ihren Töpfen und blühen regelmäßig im Sommer. Bei manchen ist es ein Stängel an dem kleine Blütenkelche sind, bei manchen sind es auch mal zwei Blütenstängel. Sie vertragen auch richtig dunkle Ecken und direkte Sonne brauchen sie nicht, wenn man die Funkien mit den dunkleren Blattfarben nimmt. Ob die mit den hellen vielleicht doch funktionieren kann ich nicht sagen, ich mag lieber die mit den dunkleren Blattfarben.

Meine erste Funkie die bei mir eingezogen war mit Blüten:

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Das Foto ist aus dem Sommer 2009, zur Zeit blüht sie ja noch nicht 🙂 sondern sieht so aus:

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Die kleinen grünen Stengel da werden dann bald zu dem was auf dem Bild ganz oben zu sehen ist 🙂

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Im Topf vorne ist eine Funkie die riesige Blätter bekommt, im Gegensatz zu der kleinen vom oberen Bild. (Im hinteren Topf wächst ein Farn) In einem Sommer hatte ich nach einem Regen mal dieses Bild von ihr gemacht:

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Die Pflege der Funkien ist wirklich ganz einfach und ohne großen Aufwand erledigt. Eine gute Blumenerde sollte man ihnen gönnen (gilt auch für die anderen Balkonpflanzen), denn dann spart man sich das lästige Umtopfen. Also keine Billigerde aus dem Supermarkt kaufen. Lieber im Baumarkt nach einer Kübelpflanzenerde schauen und etwas tiefer ins Portemonai greifen. Es zahlt sich einfach aus. Im Frühjahr wenn die ersten Spitzen zu sehen sind, bekommen sie etwas flüssigen Blumendünger. Meiner ist schon ziemlich alt, aber es funktioniert 🙂 gestorben ist noch keine Pflanze dran. Wie lange so Blumendünger haltbar ist kann ich gar nicht sagen, aber ich denke da es mit meinem gut funktioniert obwohl er so alt ist, wird die Haltbarkeit wohl sehr lang sein. Eine Kappe auf anderthalb Liter Wasser reicht aus. Nachdüngen wie bei anderen Pflanzen ist nicht nötig.

Es wird viel über ausgelaugte Erde erzählt und das man Pflanzen regelmäßig, am besten jedes Jahr, umtopfen sollte. Weil die Pflanzen sonst keine Nährstoffe mehr finden und nicht wachsen. Also meine Meinung dazu, das ist eine Marketingstrategie der Gartenzubehörbranche das man möglichst dauernd kaufen kommt. Meine Erfahrung ist da eine ganz andere, sowohl bei meinen Kakteen in der Wohnnung als auch draußen bei den Pflanzen. Die Erde ist älter als 10 Jahre  und die Pflanzen wachsen trotzdem. Ob es an der Jährlichen Düngergabe liegt kann ich nicht sagen, aber ich weiß das ich nicht jedes Jahr alles Umtopfen will und auch nicht brauche. Hört sich doch gut an oder? Spart Geld und Zeit, minimalistisch eben.

Im Sommer wenn es sehr heiß ist brauchen sie etwas mehr Wasser, da kann es schon mal sein das jeden zweiten Tag gegossen wird. Sonst schau ich einfach wie trocken die Erde im Topf ist und gieße nach Gefühl. Die Töpfe/Kästen haben alle Abflußlöcher damit keine Staunässe entsteht. Grad bei dem Regen den wir hier haben passiert das sonst ganz schnell und Staunässe ist schlimmer als ein paar Tage knochentrockene Erde für die Pflanzen.

Die Funkien im Kasten auf der Balkonbrüstung nach einem Regenguß im letzten Sommer:

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Im Herbst lasse ich die verwelkten Blätter alle dran, so ist über den Winter die Staude geschützt. Die Funkie zieht sich noch Kraft aus den Blättern, ist vergleichbar mit den Osterblumen da läßt man die verwelkten Blätter auch dran damit die Kraft in die Zwiebel zurück geht fürs nächste Jahr zum Blühen. Eingepackt oder auf Holzleisten gestellt werden meine Töpfe nicht. Die packen das auch so über den Winter zu kommen, da geht nix kaputt. Gießen im Winter fällt auch weg. Das kann höchstens mal sein nach einer langen und strengen Frostphase. Da trocknet die Erde genauso aus wie in einem heißen Sommer. Da gibt es dann, wenn der Frost wieder weg ist, ein bischen Wasser, wenn kein Regen in Sicht ist.

Schädlinge habe ich an den Funkien noch nie gehabt. Da sind sie sehr robust. Ich glaub Läuse und Co. mögen die wohl nicht 🙂

Aus den vertockneten Blättern sind im Februar 2014 dann mal diese Bilder in meinem Atelier entstanden.

12 verschiedene hatte ich gemacht und einen Kalender damit erstellt. Die Funkienblätter sehen hübsch aus in ihren Skurillen Formen finde ich 🙂 Da hat man auch im Herbst/Winter was zu gucken. Anfühlen tun sie sich wie Pergamentpapier und sie rascheln wenn es ordentlich windig ist. Ein schönes Geräusch 🙂

Farn

Diese Pflanze kennt jeder aus dem Wald würd ich sagen. Farn ist super pflegeleicht und vermehrt sich von ganz alleine. Ich war bei mir mit einem Pflänzchen auf dem Balkon angefangen. Das hatte ich im Garten meiner Schwiegereltern im Rasen entdeckt. Ganz winzig war er da mit nur zwei schüchternen Blättern. Den mußte ich retten, also ausgebuddelt und bei mir in einen Topf gesetzt. Seitdem wächst und gedeiht er prächtig. Seine Kinder sind mittlerweile in drei weiteren Töpfen am wachsen. Interessanterweise habe ich sie da aber nicht eingepflanzt, sie sind da von ganz alleine hingekommen. Ob da Nachts eine Farnwanderung auf meinem Balkon stattfindet? 😉

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Der Farn braucht wie die Funkie nur Wasser hin und wieder, an heißen Sommertagen darf es auch mal ein Schlückchen mehr sein und er ist zufrieden. Im Herbst bleiben auch beim Farn die verwelkten Blätter dran zum Schutz. Die werden dann erst im Frühjahr alle entfernt und man kann gespannt zusehen wie sich die Neuen Blätter aus der Braunen Knolle rausrollen. Dünger gebe ich ihm dann wie bei den Funkien einmal und das wars. Mehr Pflege braucht er als Waldbewohner nicht.

Fotogen sein kann er auch wie man sieht auf den Bildern von 2011:

Gräser

Davon habe ich zwei verschiedene auf dem Balkon. Einmal das in dem Kasten, fragt mich bloß nicht nach dem Namen, den hab ich vergessen 😳  Das Gras darf so vor sich hinwachsen wie es mag. Im Frühjahr schneide ich es mitunter ein bischen mit der Schere in Form aber sonst darf es machen was es möchte. Antiautoritäre Erziehung herrscht hier auf dem Balkon 😀 Es bleibt auch im Winter fast überall grün, zieht sich also nicht zurück. Die braunen Halme stören mich nicht also dürfen sie dran bleiben. Genauso wie sich in der Mitte ein Farn angesiedelt hat und ein Kraut was Miniblüten hat im Sommer. Ich lass das einfach wachsen, wenn die Natur das möchte das es bei mir im Kasten wächst, dann darf es das auch.

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Mit Regentropfen macht sich auch Gras schick auf dem Bild:

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Das zweite Gras was bei mir auf dem Balkon wächst, ist eins das auch blüht. Dieses Gras zieht sich im Herbst zurück und sieht dann aus als wenn es kaputt ist. Ist aber nicht der Fall. Das braune Gras bleibt auch hier über den Winter im Topf und wird erst im Frühjahr entfernt und dann sieht man die schüchternen zarten Halme darunter. Im Sommer fängt es an zu blühen, zwar nicht jedes Jahr aber das muss ja auch nicht. Es ist auch schön im Sommer einfach nur das weiche Gras zu berühren. Streicheleinheiten mag ja jeder gerne 🙂

Ganz winzig kleine Halme die noch aussehen wie Unkraut aber das wird bald ein ganz weiches Gras:

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Wasser gibt es so viel wie bei den Funkien und dem Farn, das reicht auch bei den Gräsern.

Lebensbäumchen

Mittlerweile sind sie zu dritt. Ein Papa und zwei Kinder. Dieses Lebensbäumchen ist was ganz besonderes und hat eine Geschichte die eigentlich nicht möglich ist. Zumindest habe ich bisher noch nicht gehört das es so schon vorgekommen ist.

Vor etlichen Jahren habe ich Zweige im Garten meiner Schweigereltern von einem Lebensbaum abgeschnitten um sie als Herbstdeko in meine Blumenkästen zu stecken. Den ganzen Herbst und Winter steckten dann  diese Zweige im Kasten. Im Frühjahr als ich die Dekozweige enfernen wollte ließ sich ein Zweig nicht einfach aus der Erde ziehen und war im Gegensatz zu den anderen auch nicht total vertrocknet. ich habe echt gestaunt. Das habe ich noch nicht gehabt das ein Zweig über Herbst/Winter Wurzeln schägt und sich in einem Blumenkasten so wohl fühlt das er dort zu Neuem Leben erwachen will. Ich hatte nix dagegen und habe ihn im Kasten gelassen um zu sehen ob er wirklich weiter wächst. Er ist gewachsen und das so schön, das er den Kasten im laufe der Jahre für sich allein bekommen hat. Mit dem Formschnitt bin ich dann nach einigen Jahren angefangen, erst mal ganz vorsichtig damit er genug Zeit hatte sich an seine Frisur zu gewöhnen. Mittlerweile schneide ich ihn im Frühjahr immer schön in Kugelform und er wächst und gedeiht. Ein Bäumchen in eine gewünschte Form zu schneiden dauert Jahre und verlangt viel Geduld bis die spätere Form erkennbar wird. Da weiß man dann auch warum in Gartenbaubetrieben oder im Baumarkt die fertig geformten Bäumchen so einen stolzen Preis haben. Da kann so ein Bäumchen locker mal an die 100 € kosten je nach Größe. Eine Sturmsicherung hat er im letzten Herbst allerdings bekommen, damit er nicht unten beim Nachbarn landet. Denn durch seine Größe bietet er dem Wind jetzt eine ziemlich Angriffsfläche und ich möchte nicht das er runter fällt und kaputt geht.

Mein Bäumchen mit großem Kind:

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Seine Kinder, auch das kannte ich vorher nicht bei Lebensbäumen das die Ableger im Wurzelbereich bilden, sind auch fleißig am wachsen. Einer ist noch im Kasten beim Papa und hat schon leichte Formschnitte bekommen und das andere ist in einen freien Topf umgezogen. Zu dritt wird das sonst zu eng im Kasten. Ich bin gespannt wie die drei sich weiter entwickeln werden. Unglaubliche Geschichte oder? Habt ihr das schon gehabt das sich „tote“ Zweige zu kleinen Bäumchen entwickeln?

Das Minikind im eigenen Topf mit Minifarn im Vordergrund:

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Die Pflege ist auch ganz einfach, ausser einem Schnitt im Frühjahr, Wasser und Dünger wie bei den anderen Pflanzen brauchen sie nix.

Moos und was sonst noch von allein aufgetaucht ist

In den Kästen hat sich ein Moosteppich gebildet, der bleiben darf. Denn Moos erinnert mich immer an Waldboden und das mag ich total gerne. Im Frühjahr freuen sich die Amseln über das Moos und randalieren in den Kästen rum um es für den Nestbau mitzunehmen. Zimperlich sind sie dabei nicht grade und bei ersten mal hatte ich Angst um meine Funkien die schon die Köpfe aus der Erde gestreckt hatten, aber ok ich will mal nicht so sein, sollen sie halt einen Teil mitnehmen, es wächst wieder nach 🙂 Den Funkien ist übrigens nichts passiert, nicht mal angepickt wurden sie. Brave Amseln *schmunzel…

Der Moosteppich im Kasten mit den Funkien, die Lila Stöpsel das werden mal Funkien:

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In der Umgebung stehen einige Ahornbäume und die Samen (Hubschrauber) landen im Herbst auch auf meinem Balkon. Da ich im Herbst alles liegen lasse fühlen sich auch die Hubschrauber wohl bei mir und einige schlagen im Frühjahr Wurzeln in den Töpfen. Einen habe ich dieses Jahr im Grastopf stehen gelassen, mal sehen was draus wird. Viele andere Hubschrauber lasse ich gerne fliegen, Frühling ist toll! Bin halt ein Spielkind 😀

Ein Miniahorn:

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Im Kasten mit den Funkien wächst auch ein kleines Etwas das aussieht als wenn es von einem Baumsamen ist. Ich weiß aber noch nicht von welchem. Also darf es im Kasten weiter wachsen und ich versuche mal zu erforschen was das für ein Baum werden könnte. Eine Blüte vom Moos ist es nämlich nicht, die sehen anders aus. Moos blüht zum Herbst hin, ganz zarte kleine Stengel in rot mit winziger grüner Kugel oben dran. Ist mir im Wald bisher nicht aufgefallen aber hier in meinem Kasten war es nicht zu übersehen. Spannend was sich alles so tut wenn man den Pflanzen ihren freien Lauf läßt.

Das waren meine Pflanzen, wie ihr gelesen habt gibt es keine Einjährigen mehr, sondern nur Pflanzen die immer wieder kommen. Von Einjährigen habe ich mich komplett verabschiedet. Mir ist die Pflege und das drauf aufpassen bei Sturm und Unwetter einfach zu lästig. Mein Balkon ist weitestgehend was die Pflanzen angeht sich selbst überlassen und er verträgt jede Art von Wetter ohne hinterher total gerupft auszusehen. Wenn ich blühende Sommerpflanzen sehen möchte schaue ich einfach in die Gärten die ich vom Balkon aus sehen kann, das freut mein Auge auch. Da brauche ich keine eigenen mehr auf dem Balkon. Ich bin zufrieden mit meinem kleinen Urwald der immer mal wieder kleine Überraschungen bereit hält, sei es durch sich neu ansiedelnde Pflänzchen oder Bäumchen die ich versuche großzuziehen, oder durch Blüten an Pflanzen die man nicht vermutet hatte, oder auch zum Herbst das vergängliche Laub mit den Skurillen Formen. Es gibt immer was zu entdecken und das macht Spass 🙂 Ja und das beste es ist einfach pflegeleicht ganz im Sinne von minimalistisch.

Ich wünsche euch auch viel Spass beim Balkongärtnern, ich halte euch auf dem laufenden mit Bildern von der Entwicklung meiner Schätze. Denn die volle Pracht ist ja erst im Sommer zu sehen 🙂

liebe Grüße

Aurelia

3 Kommentare

  1. Hallo Aurelia!

    Ich habe auch ganz viele Funkien, die sind echt sooo dankbare Pflanzen. Wenn sie zu dicht werden im Topf, einfach in der Mitte teilen und schon sind es zwei.

    Bei mir sind sie auch gerade am Austreiben, ich freue mich immer sehr wenn sie wieder auftauchen nach dem Winterschlaf.

    lg
    Maria

    • Hi Maria,
      das ist ja toll das du auch Funkien magst 🙂
      Die sind aber auch wirklich super leicht zu pflegen und zu vermehren, wie du ja schreibst, einfach teilen 🙂
      Und schwups hat man ganz viele ohne dauernd kaufen zu müssen.

      LG
      Aurelia

  2. Pingback: Balkongärtnern Minimalistisch – so schaut es aus – wenig reicht auch

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