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Arztbesuch und dann gehts mir Scheiße – Depression

11.00 Uhr

Ich bin genervt, gestresst, könnt grad Heulen, das Gedankenkarussel dreht sich wie blöde. Hab ich alles beim Arzt gesagt? Hab ich zuviel gesagt? Hab ich was wichtiges vergessen zu sagen? Hätte ich es anders ausdrücken sollen? War ich vielleicht zu gut drauf, war da doch wieder eine Gute Laune Maske die ich nicht mehr aufsetzen will? Nein eigentlich nicht bin ich der Meinung, aber was weiß ich schon was mein Kopf mir da erzählt und weismachen will. Es war Scheiße Anstrengend 🙁

Letzte Woche sollte ich eigentlich schon zum Arzt, bin ich aber nicht weil Panik und extrem gestresst beim dem Gedanken ihm zu erzählen das ich die AD seit 17.06.17 nach fünf Tagen Einnahme nicht mehr genommen habe. Also heute dann der Besuch bei ihm. Leichte Angst und Stressgefühl war da, aber war händelbar. Hab dann losgesprudelt das ich die AD nicht mehr genommen habe weil ich nix nehmen will was in meinem Gehirn rumfurwerkt und ausserdem die Allergische Reaktion die Hölle war. Hat er verständnissvoll aufgenommen, gezielt nachgefragt wie es denn jetzt geht und was die AD ausgelöst haben. Hab ich auch alles erzählt und auch von meinem Weg den ich jetzt gehe erzählt. Hat er auch gut aufgenommen und nicht versucht mir irgendwas anderes aufzudrücken. Hab dann noch ein paar schwierige Sachen aus meiner Kindheit und Jugend angesprochen. Das sind dann die Dinge die tief drinnen versteckt sind, weil ich nie drüber gesprochen habe 🙁 Weil das so mit Scham und Selbsthass und tief Verletzt zu tun hat, das ich nicht drüber reden will und schon gar nicht mit Fremden und ein Arzt ist da in dem Augenblick auch ein Fremder. Er hat dann nachgefragt ob es aus der Zeit denn Unterlagen gibt, wo solche Dinge schon mal untersucht wurden. Hab ihm dann gesagt das es die nicht gibt, weil ich noch nie bei Ärzten über sowas geredet habe, bin damals nur zum Arzt wegen normalen Sachen und hab meine Masken getragen damit nur ja keiner was merkt, einzig Essstörung, da hatte mein damaliger Hausarzt den richtigen Riecher als ich 15 war, aber ich hatte es vehemment abgestritten. Ob er es mir damals abgenommen hatte weiß ich nicht, ist auch egal.

Das ich heute nach dem Arztgespräch so Scheiße drauf bin ist wohl normal oder? Da sind dann die nie ausgesprochenen Gefühle dicht an der Oberfläche und Triggern wie wild. Und ganz übermächtig ist ein Gefühl das ich hasse, nämlich das sich nackig und angreifbar gemacht haben. Ich weiß das es notwendig ist, damit der Arzt mich versteht und mich auf meinem Weg begleiten kann, aber ich hasse es trotzdem, ich will das nicht. Muss ich aber jetzt durch, damit es mir irgendwann wieder stabil geht.

Für heute reicht es erst mal, brauch jetzt Pause und Ruhe und mag nicht mehr drüber reden. Ich ruh mich jetzt aus und zum Mittag kucken wir einen schönen Film 🙂

Aurelia

10 Kommentare

  1. Das ganze war ein sehr wichtiger Schritt für dich , es einfach mal einem Arzt zu erzählen, so weis er auch genau (hoffe ich mal) wie er dir helfen kann. Und das er dir nix auf drängt oder dich zu etwas überredet ist auf jeden Fall ja schon mal super, so kannst du vielleicht bald mehr vertrauen zu ihm aufbauen, was bei sowas ja auch wichtig ist.
    Aber das wichtigste, solche Sachen brauchen einfach Zeit

  2. Es braucht Zeit, da hast du Recht.
    Ich denke er hat ganz gut verstanden was da so
    bei mir alles in Unordnung ist und wo es zum Teil
    herkommt.

    Lg

  3. Hallo Aurelia!

    Mir fehlen gerade ein wenig die Worte. Es tut mir so leid, dass es Dir derzeit so schlecht geht. Da ich länger nicht online war, habe ich das gar nicht mitbekommen.

    Ich drücke Dir ganz fest die Daumen, dass Du einen guten Weg für Dich findest, mit Deinen Problemen umzugehen. Lass Dich von den AD nicht fertig machen, höre auf Deinen Körper. Eines ist sicher, es dauert länger ohne Medikamente. Aber für mich hat es sich ausgezahlt, den härteren Weg zu gehen.

    lg
    Maria

    • Hi Maria 🙂
      das ist aber schön das du vorbeischaust *drück dich
      ich glaub ich hab es im Beitrag nicht gut geschrieben, AD habe ich nur fünf Tage genommen
      und dann wieder abgesetzt, das war am 17.06. nur meinem Doc hatte ich das noch nicht erzählt,
      weil ich danach n och nicht wieder dort war. Aber gestern hab ich ihm das dann gesagt, daß
      ich die Diger nicht nehmen werde und auch keine anderen will sondern das ich, wie du so schön
      sagst, den harten Weg gehen will 🙂
      Der fühlt sich richtig an.
      Das du auch mit dem Scheiß zu tun hast/hattest tut mir leid 🙁 aber es tut gut zu hören das es
      sich lohnt den Steinigen Weg zu gehen, das bestärkt mich es so auch weiter zu machen 🙂
      Drück dich ganz fest und wünsche dir noch eine schöne Pause 🙂
      LG Aurelia

  4. Liebe Aurelia,

    egal, wie groß das Gedankenkarussell ist – Du stellst Dich Deiner Krankheit und all dem, was einmal war. Schlimm genug, dass Du die Dinge von damals bis jetzt mit Dir herumgeschleppt und hinter der perfekten Maske gehütet hast. 🙁
    Leider holt einen sowas ein, weil die Seele kein Maskenträger ist und so lange schreit bis Du ihr irgendwann zuhörst…

    Warst Du eigentlich beim Hausarzt oder beim Psychiater/Psychologen?
    Hab die Erfahrung gemacht, dass Hausärzte schnell etwas verschreiben ohne die dazugehörige Therapie anzuregen. Solltest Du Dich entscheiden, eine Psychotherapie zu machen, hast Du nämlich die Möglichkeit mit bis zu 5 Therapeuten zu sprechen und Dir den/die auszusuchen, die auch dir sympathisch ist und bei der Du das Gefühl hast zu vertrauen und Dich öffnen zu können/ zu wollen. So eine Therapie ist zwar schmerzhaft und langwierig, aber eigentlich geht ein guter Psychologe behutsam vor, da musst du nicht sofort alle miesen Themen auf den Tisch packen.

    Aber ehrlich, Panik und Stress vor einem so wichtigen Termin sind doch ok, oder?
    Vielleicht nicht ganz in den Ausmaß, aber es geht schließlich um sehr viel und Du hast Dich das erste Mal überwunden einen Seelenstriptease hinzulegen..
    *schulterklopf*, dass Du das durchgezogen hast!! 😉

    LG Emi

    • Moin Emi 🙂
      ich war beim Hausarzt und er ist auch ausgebildeter Psychologe, was echt genial ist weil ich so
      vorerst nicht noch einen anderen Arzt aufsuchen muss 🙂 Wäre er das nicht, dann
      hätte ich zügigst um eine Überweisung zum Mackendoc gebeten. Bin ja kein
      Versuchskanninchen 😀 Nee zum Glück passt das so und er weiß was er da macht und
      hat sehr verständnissvoll reagiert gestern. Ausserdem hatte er auch schon angeboten
      wenn ich möchte das wir dann Gesprächstherapie machen können wenn ich will. Die Dinge
      die ich da gestern auf den Tisch gelegt und kurz angerissen habe, gingen von mir aus, die
      sprudelten so raus und er hat vorsichtig nachgehakt. Das es dann den ganzen Tag so
      nachgewirkt hat, ist absolut typisch bei mir, bis ins kleinste alles zerdenken und
      zig mal wiederholen ob es auch richtig war /o\ Blödes Kopfgewusel 😉
      Heut ist es wieder ok soweit und das zerdenken ist einem guten Gefühl gewichen nix
      falsch gemacht zu haben gestern 🙂 Ich lerne!

      LG Aurelia

  5. Finde es bewundernswert, dass du den Schritt zum Arzt überhaupt wagst. Es gibt Menschen, die das nicht schaffen, weil sie immer alles alleine schaffen wollen. *hüstel* Ich drücke dich einfach mal aus der Ferne! <3

    • Anna schön von dir zu hören *vor Freude rumhüpf*
      der Schritt war sowas von schwer, wenns mit dem verstecken weiter geklappt hätte
      und ich nicht Unterkante Kellerboden gelegen wäre, und mein Herzblatt nicht sanft in die
      Richtung Doc geschubst hätte, dann wär ich wohl auch nicht gegangen, weil „laßt mich ich kann
      das alles alleine schaffen, mir gehts gut, ich hab nix“ /o\
      Drück dich auch liebe Grüße
      und ich schubs mal ein wenig vielleicht hilfst <3

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