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Diagnose

Eigentlich sind Diagnosen ja auch nur ein einordnen in eine bestimmte Schublade, weil man nicht der gängigen Norm entspricht. Mag ich nicht, denn was ist schon die Norm? Ist die Norm das einzig wahre? Kann ein Mensch eine Norm haben? Ein Mensch ist doch kein Ding wie ein DIN A4 Blatt, also was soll das mit der Norm? Aber ich schweife ab, Diagnosen können aber auch manchmal sehr hilfreich sein und endlich Klarheit geben was da bei einem so in Unordnung ist. Da bekommt man dann endlich die Puzzleteile die einem fehlen, um zu erkennen wie man sich in Zukunft selbst besser versteht.

Es passt plötzlich vieles zusammen und erklärt paradoxe Verhaltensweisen, undefinierbare Kopfwelten, innere Zerrissenheit, wiederkehrende anhaltende Suizidgedanken, Essstörungen, quälende Leere, selbstzerstörerische Wut, selbstverletzenden Hass, Stimmungswechsel von jetzt auf gleich und wieder zurück mitunter zig mal am Tag, sich selbst nicht aushalten können, andere nicht aushalten können und doch nicht wollen das sie weg gehen, ich kürz mal ab  Chaos pur und ich mittendrin Borderline.

Seit dem zweiten Therapiegespräch weiß ich die Diagnose, beim ersten hatte sie schon gesagt das alles was ich ihr an Problemen/ Symtomen erzählt habe in die Richtung deutet. Je mehr wir mittlerweile gesprochen haben umso deutlicher und klarer wird mir das es passt wie Arsch auf Eimer, wie total kaputt und Irre (sorry für die Wortwahl, aber ich brauch den Galgenhumor). Zu wissen, daß sich hinter der Depression und der Angstörung noch etwas versteckt was aber eigentlich der Hauptgrund ist und die Depression und die Angststörung die Begleiter sind, hat mich zuerst ziemlich geschockt, aber nach dem ersten Schock war ich auch froh nun Klarheit zu haben, denn nicht alles was so in mir drin ist war mit Depression und Angst zu erklären, da war noch was was nicht wirklich zu benennen war.  Jetzt weiß ich es und kann in der Therapie dran arbeiten und  hoffentlich einen besseren Umgang damit lernen. Wobei ob das jetzt beschreibt was ich meine, kann ich nicht sagen, denn ich lebe mit Borderline ja schon ziemlich lange und hab mich da so durchgewuselt ohne zu wissen was das ist. Es war dieses anders, du bist nicht richtig, du passt irgendwie nicht, alle anderen passen nicht, du willst gar nicht passen, die anderen wollen nicht das du dazu passt, in die Richtung ist es richtig fühlt sich aber falsch an, aber du fühlst es eigentlich gar nicht, was ist es was du da grad fühlst, ist da überhaupt was zum fühlen, wie geht das richtig zu fühlen, Gefühle hab ich die überhaupt, was bin ich denn eigentlich, bin ich überhaupt, warum bin ich hier, wie kann ich sein wenn ich nicht weiß wer ich bin, wozu soll ich sein wenn ich nicht richtig bin……

ein Puzzle mit 10 Teilen

kann nicht 11 haben

dann ist eins anders

und gehört nicht dazu

(Andrea B.) 

Mit der Therapie hoffe ich jetzt, daß es die richtige Entscheidung war und das sich für mich Erkenntnisse ergeben die mir helfen mit diesem Durcheinander strukturierter umzugehen. Denn meine bisherigen Taktiken, verdrängen, Masken aufsetzen, verleugnen, Gefühle kontrollieren, so tun als sei man wie alle anderen usw. haben nicht geholfen sondern immer mehr Chaos angerichtet,  so das ich bis heute meistens nicht weiß und unterscheiden kann was ist wirklich mein Ich, was fühlt es und was braucht es.

Die Therapeutin passt auf jeden Fall sehr gut und ich habe Vertrauen zu ihr, kann sogar ganz offen reden, was mich wirklich erstaunt, denn das sind zwei Dinge die mir immer schwer fallen, Vertrauen und offen sagen was ist. Also kann es nur die richtige Entscheidung sein 🙂

Ah und noch was, rennt jetzt bitte nicht alle los und googelt Borderline, denn dort steht ziemlich viel erschreckendes unter dieser Diagnose. Und wie es bei jeder Diagnose ist und ihren dazugehörigen Symtomen, es ist bei jedem Betroffenen unterschiedlich und individuell. Nicht jeder Betroffene hat alle Symtome und Verhaltensweisen!!! Das ist bei jedem anders, weil eben jeder auch ein Individuum ist 🙂

Ich werd euch hier im Blog, wenn ich es grad kann, immer mal ein wenig Einblick geben, wie das so ist mit diesem Chaos zu leben und wie ich mit der Therapie so klar komm. Ob die mir hilft, oder ob das noch mehr Chaos macht, denn das denke ich oft, daß es vielleicht noch mehr Chaos macht und nicht der richtige Weg ist. Das ist aber auch wieder so typisch ich, immer und immer wieder: „ja – nein – ja – nein – ja……….“ Endlosschleife  😯

So bevor ich jetzt noch mehr von meinem wiedersprüchlichen Kopfgewusel hier in die Tasten haue, wünsch ich euch lieber einen schönen Montag 🙂

Aurelia

2 Kommentare

  1. Liebe Aurelia,

    hm was soll ich sagen….. Diagnose ist gut. Dann weiß man was man hat oder nicht. Da du aber die ganzen Jahre mehr oder weniger gut „durchgekommen“ bist denke ich mit der richtigen Therapie kriegst du das hin.
    Manchmal denke ich dann aber auch warum eine Diagnose? Ändert es etwas?
    Ist ein schwieriges Thema und muss jeder für sich entscheiden.
    Diagnose Fluch oder Segen je nach dem.

    Drück dich. Du schaffst das.

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