Minimalismus
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Bücher minimalisieren

Meine Büchersammlung zu minimalisieren war bisher das schwierigste muss ich gestehen. Warum das so war? Weil ich ein Bücherliebhaber bin und jedes Buch bei mir aufgenommen habe auch wenn ich wußte das ich es wohl nie lesen werde 😯

Mein Traum war schon als Kind irgendwann eine eigene Bibliothek zu haben. So riesige Regale bis unter die Decke wo man dann mit einer rollenden Leiter dran hin und her fahren kann 🙂 So eine wunderbare Vorstellung. Nur der Platz war so gar nicht vorhanden irgendwie. Aber das hat mich nicht daran gehindert Bücher bei mir aufzunehmen die von ihren ehemaligen Besitzern nicht mehr gebraucht wurden. Ich wollte ihnen ein neues Zuhause geben.

Bücher von einer ehemaligen Arbeitskollegin (da war ich 17J) machten den Anfang und stockten meine Kinder und Jugendbücher auf. Irgendwann kamen etliche Bücher aus dem Nachlaß meiner Uroma dazu, meine Omi sortierte mit der Zeit viele ihrer Bücher aus und die fanden auch bei mir eine Bleibe, zwischendurch kamen einzelne Exemplare meiner großen Tochter dazu, immer mal wieder fand ich tolle Bücher im Buchhandel die mit mußten und zuletzt vor zwei Jahren übernahm ich einiges an Büchern von meinem verstorbenen Paps weil meine Mum die entsorgen wollte /o\ ich war total entsetzt das sie die Bücher einfach ins Altpapier geben wollte. Das ging gar nicht in meinen Augen und ich nahm sie mit.

Wie ihr euch denken könnt wurde der Platz für die Bücher ziemlich knapp, die Regale fingen an unter der Last zu stöhnen. Und da ich nicht noch mehr Wand für noch mehr Regale opfern wollte, muste ich mir eingestehen das es so nicht weiter gehen kann, es sei denn wir ziehen um in ein Schloß mit riesigen Zimmern 😀

Zwei Jahre dauerte die Bedenkzeit

Seit gut vier Jahren minimalisiere ich bewußt unser Zuhause, angefangen hat es mit der Küche. Die Bücher waren da noch kein Thema, die gingen mir das erste mal so richtig auf den Keks als ich den Flur renoviert habe. Denn im Flur ist der Hauptteil meiner Bücher untergebracht. Das heißt alle mußten aus den Regalen geräumt und nach dem Renovieren wieder einsortiert werden. Was für eine blöde Aufgabe *brrrr….. Dabei fielen mir einige Bücher auf die ich nicht wieder ins Regal stellen wollte und hab sie in einem Karton in den Keller verbannt. Weg schmeißen konnte ich die nicht, weil sind ja Bücher und die schmeißt man nicht weg. Verkaufen hatte ich nicht die Meinung zu und Flohmarkt ist so gar nicht mein Ding, also blieb vorläufig der Keller.

Die Regale waren nun etwas luftiger, aber sie füllten sich wieder viel schneller als ich gucken konnte. Denn wie oben geschrieben es kamen neue Herrenlose Bücher bei mir unter /o\ Da es im Flur und im Wohnzimmer extrem eng wurde kamen einige ins Schlafzimmer auf den Schrank.

Ganz langsam fing ich an den Tag zu verfluchen wo ich mich als Bücherretter geoutet hatte. Es wurden einfach zu viele die bei mir einziehen wollten. Die Menge fing an mich zu erdrücken. Ich mochte nicht mehr überall Bücher stehen haben. Und schon gar keine die ich nie lesen werde.

Die Bücher müssen weg

Im letzten Jahr habe ich ja mein Wohnzimmer radikal minimalisiert und es flogen etliche Bücher raus die nicht wieder in diesem Zimmer stehen sollten. Ok, ich gebs zu sie kamen auf den Schrank im Schlafzimmer und wurden im Flur in die Regale gequetscht 😯 allerdings wußte ich da schon das ich nicht drum rum komme sie bald aus der Wohnung zu schmeißen 🙂

Den Tag schob ich mit allerlei Ausreden vor mir her, nahm immer mal einen nicht ernst gemeinten Anlauf und zog das eine oder andere Buch aus dem Regal, nur um dann festzustellen wie unglaublich schwer es mir fällt auch nur eins dieser Bücher auszusortieren 🙁

Letzte Woche war es dann aber endlich soweit und ich fing an die Bücher auszusortieren!

Meine Strategie für absolute Bücherliebhaber

Jedes einzelne Buch in die Hand nehmen, kurz drin Blättern, vielleicht noch mal dran schnuppern und wenn es dir auch nur einen Hauch von Glücksgefühl gibt, in dir schöne Erinnerungen wach ruft, dann behalte es.

Passiert das nicht und es kommt kein Gefühl auf dann kannst du es getrost gehen lassen, du wirst es nicht vermissen!

Alle Bücher die ich aussortiert habe liegen zur Zeit noch in meinem Atelier und ich habe nicht den Wunsch verspürt sie wieder ins Regal zu räumen. Wenn das kein Erfolg ist dann weiß ich auch nicht 🙂

Die Bücher sind größtenteils so alt das sie nicht mal eine ISBN haben, was auch bedeutet das ich sie nicht bei re-buy oder momox verkaufen kann. Ist aber nicht schlimm, sie gehen verschiedene Wege. Zum einen versuche ich sie an einen Trödler abzugeben, was dann übrig ist kommt in den offenen Bücherschrank und sollte dann noch was übrig bleiben werden sie den Weg ins Altpapier finden (auch wenn mir das dann in der Seele wehtut).

Auf jeden Fall bin ich sehr erleichtert, daß ich es endlich geschafft habe meinen Bücherschatz zu verkleinern.

Jemand der Bücher nicht liebt kann das glaub ich gar nicht nachvollziehen wie schwer das ist sie wegzugeben.

Ein Leben ohne Bücher geht schon, aber ist Sinnlos 🙂

 

Liebe Grüße

Aurelia

4 Kommentare

  1. Hallo Aurelia!

    Den von Dir beschriebenen Traum hatte ich auch einmal. Und ich habe auch eine wundervolle Bibliothek gehabt, also für meine Begriffe.

    Mittlerweile ist sie sehr reduziert, aber noch immer sehr reichhaltig. Dabei habe ich in den letzten Jahren rund 500 Bücher verschenkt!

    Einige Zeit lang habe ich 7 Tage 7 Bücher praktiziert. Genau ein halbes Jahr lang. Das hat auch sehr geholfen, dass die Bücher weniger wurden.

    Heute habe ich fast nur noch Bücher, die ich wirklich sehr mag und von denen ich mich nicht trennen kann/möchte.

    Vielleicht fange ich nächstes Jahr wieder mit 7 Tage 7 Bücher an, aber jetzt passt es einmal so.

    lg
    Maria

    • Moin Maria,
      da ticken wir ja was Bücher angeht ganz ähnlich 🙂
      Von diesem 7 Tage 7 Bücher habe ich auch schon gehört, gar nicht
      schlecht die Idee. Werd ich auch mal im Kopf behalten, denn es wird ja doch
      immer mal wieder ein Buch bei mir einziehen *lach…. und mit der Methode kann ich
      die Flut dann ja auch wieder etwas reduzieren.

      Lg Aurelia

  2. Liebe Aurelia!

    Oh, du sprichst mir so, so, so aus der Seele, weißt du das?
    Bücher und ich – das ist auch eine große, nie enden wollende Liebe – denselben Traum von der Bibliothek hatte ich als Kind auch und auch heute noch gibt es wenig, was bei mir so einen wohligen Schauer auslöst wie eine gut bestückte Bücherwand.
    Aber das ist dann auch genau der Punkt: Sie muss gut bestückt sein – es darf kein wahlloses Konglomerat an irgendwelchen Büchern sein. Jedenfalls für mich nciht mehr – ich habe es auch endlich fertig gebracht, schonungslos auszusortieren, was gar nicht so einfach war.
    Aber ich wahr ehrlich zu mir und habe mich gefragt: Liebst du dieses Buch? Oder: Könnte es das Potential haben, dass du es lieben wirst – wenn du es noch nicht gelesen hast? Falls nicht, kam es weg. Und mit „weg“ meine ich, dass ich sie in den öffentlichen Bücherschrank in der Stadt gestellt habe, wo sie nach wenigen Stunden neue Besitzer*innen fanden. Das ist ein tolles Gefühl – meine Regale sind schon bedeutend leerer (aber immer noch viel zu voll) und ich habe das leise Gefühl, jemanden ein wenig glücklicher gemacht zu haben. 🙂

    Liebe Grüße
    Jenni

    • Hi Jenni,
      Bücherliebhaber wie wir habens wirklich nicht leicht.
      Schönzu lesen das es bei dir aber auch geklappt hat mit dem weg geben.

      Lg Aurelia

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