Minimalismus, Umwelt
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Müll reduzieren im Bad

Fällt bei euch auch so viel Plastikmüll im Bad an? Es ist erschreckend wie viele Flaschen und Tiegel da normalerweise zusammenkommen und wie oft man in die Drogerie laufen muss um Nachschub zu kaufen.

Als ich meinen Artikel über Plastik geschrieben habe, da hab ich gleich mal geschaut wie viel ich eigentlich im Bad davon verwende. Da kam einiges zusammen. Angefangen beim Schampoo über die Spülung bis hin zur Seife im Plastikspender und diverse Duschgels und Badezusätze, Cremes usw.

Erschreckend!

Nicht nur das die Dinge in Plastik verpackt sind, nein in vielen dieser Produkte steckt auch Microplastik das einfach so im Abfluß verschwindet und dann im Meer landet, weil die Kläranlagen es nicht filtern können. Da macht man sich ja gar keine Gedanken drüber wenn man sich mit diesen Themen nicht beschäftigt.

Ein Produkt (Körperpeeling) das dieses Microplastik enthält habe ich sofort in die Tonne getreten, ich wollte auf keinen Fall mehr etwas davon benutzen. Zwei weitere, dabei handelt es sich um eine Körperlotion und ein Lippenbalsam, die werden aufgebraucht und dann nicht wieder gekauft. Denn alles sofort wegzuschmeißen macht auch nicht wirklich Sinn und wäre Ressourcenverschwendung hoch drei. Das mag ich gar nicht. Es ist wirklich verzwickt! Wie soll man sich verhalten? Was ist besser für die Umwelt? Aufbrauchen oder Wegschmeißen?

Ich hab mich für folgendes entschieden: Aufbrauchen!

Ausnahme ist nur das Peeling mit den Plastikteilchen, ich konnte das einfach nicht mehr verwenden! Nachdem ich mir noch mal einen Klecks genauer betrachtet habe und die Minikugeln aus Plastik zwischen den Fingern fühlen konnte. Fragt mich bloß nicht warum ich mir da beim ersten benutzen noch keine Gedanken drüber gemacht habe, keine Ahnung. Zum  Glück benutze ich Peeling selten so das aus dieser verteufelten Flasche nur sehr wenig verbraucht wurde. Trotzdem ärgert es mich das sowas bei mir im Bad zu finden war.

 

Einiges an Produkten habe ich mittlerweile verbraucht und mir Alternativen gesucht.

 

Was bisher ersetzt wurde

Beim Schampoo bin ich komplett auf Haarseife umgestiegen nachdem mein altes Schampoo leer war. Das Ergebniss ist super die Haare sind füllig und fetten auch nicht so schnell nach. Waschen brauche ich sie nur noch zwei mal die Woche. Mit Schampoo war das nicht möglich, auch das Volumen bekam ich damit nicht in meine langen feinen Haare. Die Spülung habe ich zu Anfang ganz weggelassen und die ersten Wochen klappte das auch super, aber als das Wetter kälter wurde fingen meine Haare an zu fliegen wie verrückt. Hmm….. da krieg ich die Krise bei und eine Lösung muste her. Wieder auf herkömliche Schampoos und Spülungen wechseln wollte ich nicht, daher habe ich mal geschaut was es an Alternativen gibt und bin auf eine Feuchtigkeitsspülung von Sante gestoßen. Leider in Plastik verpackt aber als Kompromiss für mich akzeptabel für die kalte Jahreszeit da der Inhalt Plastikfrei ist. Wenn die wärmere Zeit beginnt werd ich wieder probieren ob es ohne geht. Was ich bei der Spülung von Sante aber positiv festgestellt habe ist, daß sie so gut wie nicht schäumt und das man nur einen Miniklecks davon braucht. Also sehr ergiebig. Die Spülung hält jetzt seit gut drei Monaten! Das Stück Seife seit vier Monaten. Von meinem ehemaligen Schampoos und Spülungen habe ich jeden Monat neue gebraucht. Für mich ein guter Erfolg im Plastikmüll reduzieren.

 

Der Seifenspender wurde verbraucht und dann durch ein Stück Seife von Sauberkunst ersetzt das in einem Holzschälchen liegt. Es hält auch sehr lange und hat den Vorteil durch die Öle die drin sind braucht man so gut wie keine Creme mehr. Das merkt man übrigens auch bei der Haarseife das sie die Hände rückfettet. Hände eincremen nach dem Haarewaschen brauche ich nicht mehr.

 

Um die Körperlotion zu ersetzen habe ich mittlerweile zwei Körperbalsame von Savion hier und bin begeistert. Sie sind in einer Metalldose und können rausgenommen werden. Ich habe das eine auch schon fürs Gesicht ausprobiert und es fühlt sich gut an. Wenn die Gesichtcremes also alle sind wird nur noch das Balsam für alles benutzt. Die Körperlotion benutze ich nicht mehr. Die wird wohl noch etliche Zeit brauchen bis sie leer ist, Herr Aurelia muss sich da opfern *schmunzel…

 

Badezusatz ist aufgebraucht und was an Duschgel da war, wird jetzt auch als Badezusatz verwendet bis es aufgebraucht ist. Danach werd ich mal Badesalz ausprobieren oder es mit selbst herstellen versuchen. ich bin schon auf einige Alternativen im Netz gestoßen.

 

Duschpeeling habe ich durch ein Stück Mandel-Olivenkernseife ersetzt. Man muss das stark kratzige aber mögen und nicht zu stark über empfindliche Hautstellen schrubbeln das gibt schnell Kratzspuren. Sie hinterläßt aber ein sehr schönes zartes Hautgefühl und eincremen ist nicht unbedingt erforderlich. Ich bin aber so verliebt in das Hautbalsam das ich es danach benutze und meiner sehr trockenen Haut gefällt es auch 🙂

 

Ich bin schon sehr zufrieden mit dem was ich im Bad an Plastikmüll aussortiert und ersetzt habe. Sicher geht da noch einiges, aber wie schon gesagt wegschmeißen nur um Sachen schnell aus dem Haus zu kriegen ist nicht meine Lösung. Bei manchen Sachen wie Zahnpasta habe ich mich noch nicht getraut etwas anderes zu probieren. Meine Zähne sind extrem Schmerzempfindlich und ob die das dann so lustig finden wenn ich ihnen mit Natron und Co. zu Leibe rücke? Hmmm…. mal schauen ob ich da einen Versuch wage in Sachen Alternative Zahnpflege.

 

Schminke ist bei mir kein Thema das ausufert, ich benutze täglich meine Wimperntusche und einen Kajal und fertig. Make-Up hab ich zwar stehen aber zuletzt vor einem Jahr benutzt. Es ist aber noch gut also bleibt es vorerst im Schrank falls ich es doch mal brauchen sollte für Fotoshootings z. B. Abschminkzeug oder Gesichtswässerchen sind mir zu umständlich sowas brauch ich nicht, bei mir kommt nur kaltes Wasser und der gute alte Waschlappen zum Einsatz, bissel Creme danach das reicht fürs Gesicht völlig aus. Erprobt seit gut 30 Jahren 😆

 

Die Deoabteilung in meinem Bad besteht zwar aus Dosen aber die wollte ich auch mit einer Alternative ersetzen. Denn der Sprühnebel ist nicht unbedingt angenehm. Eine feste Deocreme hat Einzug gehalten und ich bin zufrieden damit. Sie ist sehr ergiebig und langt wahrscheinlich ein halbes Jahr oder länger, wir werden sehen. Die alten Deodosen stehen da jetzt rum und ich überlege was ich damit anstelle, ich mag sie nicht mehr benutzen. Naja mir wird schon was einfallen.

 

Eine Sache werde ich aber wohl nicht mit einer Alternative ersetzen können, Haarspray. Da ist mir noch nicht wirklich etwas brauchbares was auch so einfach zu verwenden ist aufgefallen. Haarspray benutze ich für meinen Pony damit der so sitzt wie ich ihn frisiert habe. Ist zwar manchmal bei dem Wind hier an der Küste vergebliche Mühe, aber ganz ohne liegt er platt am Kopf und das sieht Sch…e aus. Ich denk mit der Dose kann ich erst mal noch ganz gut leben, bis ich vielleicht doch irgendwann mal auf eine gute Alternative stoße.

 

Die Metalldosen vom Körperbalsam und der Deocreme werden wenn sie leer sind nicht weggeworfen, sondern da hab ich schon einige Ideen für eine weitere Nutzung. Unter anderem kann man gut Nägel, Schrauben, Nadeln, Knöpfe oder so darin aufbewahren. Oder sie zum verpacken von Geldgeschenken nutzen, mit Reis oder Linsen füllen und dann in eine Gehäkelte oder Gestrickte Rassel für Babys stecken, natürlich drauf achten das die Dose fest zugeklebt wird und sich nicht öffnet. Also die Upcyclingideen für diese Dosen sind vielfältig mein Kopf rattert 😀

 

Für den Anfang bin ich mit den kleinen Schritten im Bad schon mal zufrieden. Mehr geht immer, aber es ist auch eine Frage wie weit mag man persönlich gehen, wie gut fühlt man sich damit, oder stresst es einen dann nur noch. Das muss man ausprobieren und für sich ganz individuell entscheiden. Wenn man sich mit dem umstellen auf Alternativen nicht wohl fühlt und nur gestresst ist dadurch, dann macht es nicht unbedingt Sinn finde ich. Und was ich auch noch ganz wichtig finde ist, daß man nicht einfach über die Köpfe der anderen Haushaltmitbewohner weg entscheidet. Die sollten gefragt werden ob sie denn Einverstanden sind Alternativen auszuprobieren. Wenn nicht dann sollte man das ohne zu murren akzeptieren. Denn nix ist schlimmer als anderen seinen eigenen Lebenswandel aufzuzwingen. Wer allein lebt hat diese Schwierigkeiten nicht, aber vielleicht ja mal Gäste die dann durchaus irritiert sein könnten wenn sie im Bad nicht die üblichen Standardsachen finden 😉

 

Bei uns wird es deshalb auch immer Klopapier geben, auch wenn ich selber fürs Pipigeschäft auf waschbare Stofftücher umsteigen würde. Son Schnick-Schnack wie feuchtes Toilettenpapier sucht man bei uns aber vergeblich, son Quatsch braucht es ja nun wirklich nicht und dann diese Plastikboxen wo das drin ist, schrecklich. Wer hat das überhaupt erfunden? Mag ja vielleicht noch praktisch sein wenn man auf Wandertour ist aber zuhaus wo man immer einen Waschlappen und ein Waschbecken hat? Nö braucht man nicht!

 

Das soll es erst mal gewesen sein mit meinem Bad, wenn ich weiter reduziert und ersetzt habe oder neue Alternativen für mich gefunden habe, gibt es ein Update 🙂

Liebe Grüße

Aurelia

 

(Die verlinkten Produkte sind Empfehlungen von mir persönlich, ich bekomme dafür kein Geld oder Vergünstigungen)

6 Kommentare

  1. Hallo Aurelia!

    Ich finde es auch sehr wichtig, dass ich anderen meinen Lebensstil nicht aufzwinge. Daher gibt es bei uns auch nach wie vor das konventionelle WC-Papier, auch wenn ich selbst waschbare Toilettentücher verwende.

    Gerade im Bad kann man sehr viel vereinfachen und dadurch auch Plastik und Müll reduzieren.

    lg
    Maria

    • Hallo Maria,
      das freut mich aber das du bei mir vorbeischaust 🙂
      Ja anderen etwas aufzwingen ist nie gut, überzeugen durch vormachen ist der bessere Weg 🙂

      Liebe Grüße
      Aurelia

  2. Toller Artikel, liebe Aurelia. Mein Freund hat mir heute von deinem Beitrag berichtet und sich gleich eine Haarseife bestellt. Ich nutze auch die Spülung von Sante und bin sehr zufrieden damit. Mittlerweile stelle ich mein Waschpulver, mein Deo, meine Mundspülung und mein Gesichtswasser selber her und fahre sehr gut damit. Gesichtscreme und Körperlotion habe ich durch Bio Kokosöl ersetzt und finde es super. Ich habe auch noch Peelings und möchte die aufbrauchen. Das Bad ist irgendwie bei uns noch so gar nicht minimalistisch, dass soll sich jetzt ändern. Ich war seit langem mal wieder im Plastikfreien Laden und das Sortiment wächst ständig, auch für die Kleinen. 🙂

    Das mit den waschbaren Toilettentüchern kann ich mir noch gar nicht vorstellen, aber scheint bei anderen gut zu funktionieren. Ich überlege auf waschbare Wattepads umzusteigen, wenn meine „normalen“ alle sind. Aber ich bin aktuell auch eher der Freund von kleinen Schritten.

    Hier ist übrigens eine Seite voll mit DIY: http://www.smarticular.net/ Da habe ich jetzt einige Rezept ausprobiert und finde sie super.

    Ich freue mich auf weitere Updates von dir und werde auch weiterhin fleißig berichten.

    Ein wunderschönes Wochenende noch

    LG
    Mareike

    • Moin Mareike,
      ja die Seite smarticular habe ich auch schon entdeckt und finde die super 🙂
      Hast du beim Waschpulver denn schon eine Alternative für dunkle Wäsche gefunden?
      Hatte bei dir gelesen das das was du selbst hergestellt hast wohl nur für helles geeignet ist.
      Ich hab überwiegend dunkle Wäsche da wär das nicht so toll wenn die ausbleicht 😀
      Bin ja gespannt wie dein Freund mit der Haarseife zuecht kommt, freu mich auf Berichte 🙂

      Dir eine schöne Woche
      LG Aurelia

  3. Die Körperlotion-Alternative hab ich mir gleich mal in die Lesezeichen gesetzt. Da hab ich nämlich bisher noch nix gefunden, was mir taugt und Müll spart, und diese Dosen kann man sicher auch als Geschenkverpackungen undundund wiederverwenden!

    • Von dem Körperbalsam bin ich nach wie vor begeistert und bis heute sind immer noch die ersten zwei Dosen im Einsatz. Das Zeug ist wirklich super ergiebig 🙂

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