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Politik?

Wird immer besser hier in Deutschland mit den Parteien! Wenn die so weiter machen und so nach und nach jede ihre Verantwortung abgibt Regieren zu wollen, dann bleibt am Ende gar keine Partei mehr übrig.

Aber macht ja nix, haben wir als Wähler es leichter können wir zuhaus bleiben und brauchen uns nicht mehr den Kopf zerbrechen welcher Politiker und welche Partei uns nach der Wahl am wenigstens bescheißt. Gibt ja dann nix und niemand mehr zu wählen. Ist so, denn meiner Meinung nach brauchen die Parteien die bis jetzt einen Rückzieher gemacht haben, auch bei Neuwahlen nicht wieder Antreten!

Super Sache! Es lebe die Anarchie!

Ich werd mich dann mal sachte drauf vorbereiten das demnächst das Faustrecht gilt.

Aurelia

Frauenquote wat fürn Scheiß!

Mir ist mal danach ein Fass aufzumachen, bei dem Thema Frauenquote im Zusammenhang mit Feminismus bin ich nämlich ziemlich auf Krawall gebürstet!

Warum mich die Frauenquote so aufregt?

Wir brauchen keine Frauenquote!

Was wir brauchen ist eine echte Gleichberechtigung von Frau und Mann, wenn die nämlich existieren würde dann hätt sich dieses Quoten Ding erledigt!

Das so viele und grad Frauen die sich als Feministinen bezeichnen nach einer Frauenquote schreien und behaupten das wir die dringend brauchen würden, geht mir nicht in den Kopf.

Grad als Feministin müste es doch das letzte sein was man will, nämlich eine Stelle nur zu bekommen weil man die Quote erfüllt.

Ich als Frau, möchte eine Stelle aufgrund meiner Qualifikation und meines Könnens bekommen und nicht um irgendeine Scheiß Quote zu erfüllen. Das ist dann nämlich sonst genauso ein blödes Gefühl wie wenn man eine Stelle nur bekommt weil man so hübsch aussieht oder so geile Titten hat und die dann gut die Produkte verkaufen. Versteht ihr was ich mein?

Wenn wir aber diese Frauenquote in allen Bereichen einführen nur um mehr Frauen in Führungspositionen zu haben, dann hat das nix mehr mit Gleichberechtigung oder Feminismus zu tun, sondern ist in meinen Augen wieder nur ein gängeln der Frau, weil sie es nicht schafft aus eigener Kraft bis ganz nach oben zu kommen.

Feminismus bedeutet für mich, das Frau in allen Bereichen dem Mann gleichgestellt ist, ohne wenn und aber. Wie man das hinbekommt? Indem Frau und Mann sich gegenseitigt respektieren. Aber auch das sie miteinander konkurieren können, wie sie es auch mit ihren Geschlechtgenossinen und Genossen tun.

Ich bin Mama und Hausfrau und Feministin

Das sag ich nicht nur so dahin sondern ich stehe dazu. Ich habe mir ganz bewusst meinen Job als Hausfrau und Mutter ausgesucht und es mit meinem Mann besprochen. Wir haben zusammen alle für und wieder abgeklopft ob das für uns beide passt und ob das für uns der richtige gemeinsame Weg ist.

Wir sind in jeglicher Beziehung in unserem Zusammenleben Gleichberechtigt, keiner von uns beiden hat hier Bereiche die er/sie machen muss weil die zu seiner/ihrer Geschlechterrolle eher passen. Jeder von uns darf machen was er/sie mag und wozu er/sie Lust hat.

Diese Gleichberechtigung die wir hier in unserer kleinen Einheit leben, würde genauso im Großen funktionieren, wenn wirklich alle mal ihre Geschlechterbildklischees ablegen würden. Dann braucht es auch keine Frauenquote, dann kann nämlich Frau ganz selbstverständlich wie Mann auch in alle Etagen vordringen, natürlich immer vorausgesetzt sie/er möchte da auch hin.

Will ja auch nicht jeder/jede in Führungspositionen oder Chefsesseln  rumoxidieren, vielen reicht auch ein einfaches kleines Leben 🙂

Ihr dürft euch gerne darüber auslassen ob wir eine Frauenquote brauchen, oder ob ich als Hausfrau und Mama keine Feministin sein kann, oder ob ich völlig falsch liege mit meinen Ansichten *gg…

Habt einen schönen Sonntag und Frauen an die Macht 😛

Aurelia

Harte Arbeit mit mir selbst – Depression und Angststörung

Gleich mal vorweg, wenn euch das Thema Depression auf den Nerv geht und ihr hier nicht mehr davon lesen wollt, dann kann ich das gut verstehen. Aber ich muss euch auch sagen das es mich sehr beschäftigt und ich noch einiges dazu hier schreiben werde. Ihr habt ja die Wahl einfach nicht mehr hier zu lesen oder aber die Artikel über Depression einfach auszulassen mit lesen. Ich habe diese Wahl nicht, denn die Depression ist ein Teil von mir, der nicht weg geht und der jetzt endlich, nach Jahrzehnten im verborgenen, aufgearbeitet werden möchte. Oder sagen wir, nicht die Depression an sich will aufgearbeitet werden, sondern die ganze Geschichte meines frühen Lebens die dazu geführt hat das sie überhaupt mein Begleiter geworden ist und bis heute einen Teil meines Ichs ausmacht.

Je mehr ich mich damit beschäftige und es analysiere und begreife was genau die Ursachen und Auslöser waren, umso mehr Verständnis kann ich mir selbst entgegenbringen und Akzeptieren das ich so ticke wie ich eben ticke. Es ist nicht mehr dauernd dieses Gefühl da, du bist völlig falsch so durchgeknallt wie du denkst. Nein, es ist ein drauf schauen wie ich es auch bei anderen mache wenn die Probleme haben. Ist eine sehr gute Eigenschaft von mir, das ich nicht verurteile sondern (fast) immer versuche Verständnisvoll auf andere zu schauen, egal was da ist. Dieses Verständnisvolle drauf schauen auf mich selber, hat jetzt so langsam eingesetzt und es fühlt sich gut an.

Ständig und jederzeit funktioniert es zwar nicht, aber das muss es aus meiner Sicht auch nicht. Es ist ok wenn ich am Tag von einem Gefühlsding ins nächste rutsche, es ist nur wichtig das ich es betrachten kann und für mich auch benennen kann warum es jetzt grad da ist. Wenn ich dann noch einen Schritt weiter gehen mag dann spreche ich es mittlerweile auch direkt aus und teile es mit, zumindest meinen engsten Vertrauten (Partner, Töchter, Schwiegermama/Papa), bei allen anderen ziehe ich mich nach wie vor lieber zurück oder lege dann die Maske auf und lächle.

Ich finde das aber jetzt auch nicht schlimm, denn wer mir nicht besonders nahe steht, der muss auch nicht unbedingt jede kleinste Gefühlsebene wissen die da grad bei mir vorgeht, denn teilweise sind diese Ebenen innerhalb von Minuten oder Stunden schon wieder völlig anders. Das springt mitunter wie ein Flummi durch den Kopf/Körper und wenn ich da dann sage „du ich bin grad sehr traurig“ und nach ner kleinen Weile ist es wieder weg und ich lach mich schlapp wegen völlig absurdem Kram, dann ist das für mich schon ziemlich anstrengend nachzuvollziehen, aber wie ist es dann erst für Menschen die mich nicht so gut kennen? Selbst meine nächsten Vertrauten haben da (bestimmt) Schwierigkeiten, weil ich eben nach wie vor auch sehr gut im verstecken/überspielen bin. Mein komplettes Gefühlschaos/leben offen und immer absolut ehrlich zur Schau tragen, nee Danke da hab ich dann doch Angst das man mich wegsperrt °o° und andererseits wer macht das schon? Und was würde das aus dem Zusammenleben der Menschen machen? Wenn wirklich ausnahmslos jeder seine momentanen inneren ehrlichen Gefühle/Emotionen offen auslebt egal in welcher Situation er grad ist? Uff nee, ich glaub das ist nicht so toll.

Wenns richtig schlecht ist und ich komplett Down bin, dann hab ich ohnehin keinen Kontakt mit Außenstehenden, dann bleib ich lieber in meinem geschützten Bereich bis es wieder geht. Das ich mir erlaube auch einfach mal in meiner Schutzzone (Wohnung) zu bleiben, tut auch sehr gut, es nimmt den Druck raus funktionieren zu müssen. Denn vorher bin ich auch in ganz schlechtem Zustand nie im Bett geblieben oder Zuhaus, ich habe mich gezwungen und mich verurteilt und mich schlecht gemacht und mich dann durchgequält durch einen verdammt beschissenen Tag, um nur ja nicht zu sagen: „Ich kann nicht mehr! Es wird mir grad alles zu viel, ich möchte das jetzt nicht, ich habe Angst!“ Mittlerweile weiß ich das dieses Verhalten alles verschlimmert, zumindest bei mir.

Dieses Verhalten zu erkennen als einen Verschlimmerungsfaktor der Depression und Angststörung, war ziemliche Arbeit für mich. Denn erkannt habe ich das vorher nicht und hab es auch nicht benennen können. Das ist mir erst in den letzten Monaten aufgefallen, seit ich dieses Verhalten versuche abzustellen und merke das es mir dann schneller wieder besser geht im Kopf. Bewusst abstellen hab ich aber auch nicht gemacht, irgendwie ging es seit der Diagnose einfacher auch mal zu sagen „Nein ich mag jetzt dies oder jenes nicht, das macht mir Angst oder das ist mir heut zu viel.“ Hab ich das dann erst mal ausgesprochen, stellt sich irgendwann danach dann auch ein  wenig leichteres Gefühl ein. Schwierig zu sagen wann, kann schon kurz danach sein oder etwas dauern, aber es funktioniert um nicht im Dunkel oder in der Angst oder beidem zugleich stecken zu bleiben. Überhaupt dieses einfach mal äußern was man jetzt grad wirklich will oder eben nicht will, hat erstaunliche Auswirkungen auf das eigene Befinden.

Mag bestimmt für viele völlig normal sein, auch so das sie es wahrscheinlich gar nicht registrieren, weil sie es immer schon so gemacht haben. Und da haben sie dann echt einen großen Vorteil, denn das ist wohl einer von etlichen Schlüsseln für ein besseres Wohlbefinden für sich selbst.

Macht man es so wie ich, permanent gegen sein eigenes selbst handeln und entscheiden, ist das ziemlicher Murks der auf Dauer Chaos im Inneren anrichtet. Komischerweise betrifft dieses Verhalten aber nicht die Großen Dinge, da kann ich sehr gut sagen, nein das will ich nicht. Es sind so diese kleinen eher unscheinbaren Dinge wo es mir schwer fällt zu sagen nein das will ich jetzt nicht. Ich versuchs mal zu erklären: Wenn mir jemand was andrehen will, Versicherung oder was auch immer, der hat seine Abfuhr mit dem klaren Nein schon bevor er überhaupt die Frage zuende gestellt hat. Geht es aber um kannst du das eben schnell machen, dann fällt es mir unheimlich schwer Nein zu sagen, ich mach dann auch wenn ich nicht will und ich richtige Scheißlaune kriege. Ich weiß auch wo der Ursprung dieses Verhaltens liegt, der ist früh  anerzogen worden und die zaghaften Wiederworte wurden rigoros aberzogen mit Methoden die man als Eltern nicht anwenden sollte, zumindest sehe ich das mit meiner Erfahrung als Mama so. Wiederstand dagegen (und gegen vieles andere) wuchs dann erst mit der Pubertät wieder und da endete es auch in ersten schweren Depressiven Schüben, wie ich heute weiß.

Ob das jetzt für jeden Nachvollziehbar ist weiß ich nicht, ich weiß aber für mich wo ich ansetzen muss und das ist wichtig um besser mit der Depression und der Angststörung umgehen beziehungsweise leben zu können. Richtig blöd ist nur das dieses Verhaltensmuster nicht die einzige Baustelle ist, da sind noch so viele andere die ich bearbeiten muss um irgendwie alles in die Reihe zu bekommen. Harte Arbeit auf dem Weg zu meinem eigenen Ich.

Es ist als ob ich mein komplettes Ich umkrempeln muss das ich immer für das richtige Ich gehalten habe. Aber das war wohl ein Ich was eben nicht wirklich Ich war.

Das Zitat von mir sagt genau das was ich fühle und was ich zur Zeit aktiv mache, je öfter ich es lese umso mehr wird mir das bewusst, irgendwie komisch sich selbst zu Zitieren aber das passt einfach.

Aurelia

Eine Stunde im Nebel

Mir ging da ein alter Beitrag von meiner ehemaligen Fotoseite durch den Kopf und da der so schön zur Jahreszeit passt, hab ich den mal aus den Tiefen meines Archivs hervorgekramt. Entstanden sind die Bilder im November 2011 und ich muss gestehen, danach bin ich noch nicht wieder durch so eine Suppe mit der Camera gestreift. Wobei so eine dicke Nebelküche, wie an dem Tag 2011, hatten wir seither auch noch nicht wieder hier. Nebel klar schon, den gab und gibt es immer mal hier an der Küste, aber nicht so dermaßen undurchdringlich mystisch wie den Tag im November 2011. An dem Tag wollte der Nebel überhaupt nicht weggehen und so bin ich zu um 11Uhr Vormittags losmarschiert Richtung Fluß (der ist nur knapp 10min Fußmarsch von meiner Haustür entfernt) um auszuprobieren ob ich diesen magischen mystischen Eindruck eingefangen bekomme mit der Camera. Denn es ist ja doch (oft) so, das was man selber mit eigenen Augen sieht und das was die Camera hinterher zeigt, unterscheidet sich mitunter deutlich. Grad wenn man auch noch diese ganz besondere Stimmung einfangen möchte die man live gesehen hat, kanns schwierig werden. Da sitzt man dann Zuhaus vorm Rechner starrt die Bilder an und denkt: „Nee also das ist ja voll Scheiße, so hab ich das aber doch gar nicht gesehen. Blöde Camera was haste denn da verbockt? Ich brauch ne bessere…..“

Halt Stop!!!

Die Camera kann nix dafür! Es ist immer der hinter der Camera, der sich was ausmalt in seinem Kopf wie er es gerne einfangen will. Meist geblendet durch die schöne Hochglanz und perfekte Bilderflut im Internet. Nicht wissen wollend, oder er vergisst es schlicht, das diese Bilderwelt zu 99,9% nicht dem entspricht was die Camera ursprünglich aufgenommen hat. Das sollte man aber nicht vergessen wenn man Bilder machen geht, denn sonst ist die Enttäuschung und die Wut auf die Blöde Camera vorprogrammiert.

Als ich losgezogen bin um den Nebel einzufangen, habe ich die Camera so eingestellt das sie bestmöglich das einfängt was ich sehe. Ich wußte auch das die Bilder die Roh aus der Camera kommen noch nicht ganz so sind wie ich sie gesehen habe, aber das ließ sich dann ganz schnell durch den Entzug der Farbe in Photoshop realisieren. Mit einer analogen Camera wäre ich diesem Nebel mit einem Schwarz/Weiß Film zu Leibe gerückt und wäre damit zu gleichen/ ähnlichen Ergebnissen gekommen.

Genug gequaselt würd ich sagen 😀 dann kommt mal mit und lauft mit mir…

Eine Stunde im Nebel

Eigentlich verkriecht man sich ja bei so einer dicken Suppe lieber auf die Couch 🙂 aber was so eine richtig verrückte Bildermacherin ist, die schreckt so ein bischen Nebel ja nicht ab ihre Camera zu schnappen und nach draußen zu gehen. Im Gegenteil, die Aussicht auf einmalige mystisch angehauchte Bilder läßt ihr Herz höher schlagen und sie kennt kein Halten mehr.

Kalte Füße, klamme Hände, steife Knochen, triefende Nase, alles egal…..sie will Bilder machen!!!

Mag die Camera denn solch ein feuchtes Wetter? Wahrscheinlich nicht, aber nutzt nix, da muss sie durch 😉 Wenn dann alle Bilder im Kasten sind und beide wieder in der warmen Hütte, dann darf sie sich erst mal ein paar Stunden aklimatisieren, bevor sie dann die Ergebnisse rausrücken muss 🙂

Was soll ich sagen, die Tour hat sich gelohnt *freu… und hier sind die Bilder.

(die Galerie braucht einen winzigen Moment bis die Bilder scharf dargestellt werden)

 

Die Emmas fühlten sich dann doch etwas genervt als ich da so rumgewuselt bin (verrückte Frau mit wirren nassen Haaren und roter Rudolfnase) *lach… aber ein Foto haben sie dann doch gnädigerweise über sich ergehen lassen *gg…..

(das Bild mit den Emmas könnt ihr auch anklicken, dann seht ihr es auch auf schwarzem Hintergrund, Bilder wirken einfach schöner auf dunklem Hintergrund am Monitor)

Für die Neugierigen unter euch mal die Exifs und die Bearbeitungsschritte in Kurzform.

Alle Aufnahmen sind mit offener Blende 3,5 – 5,6 gemacht, einer Belichtungszeit zwischen 1/125 – 1/200, Iso 100, einer Belichtungskorrektur von +1 und Matrixmessung, Camera war die Nikon D60. Entwickelt im RAW Converter und dann in CS5 das Finisch heißt: Farbe raus, Helligkeit anpassen, Zuschneiden, schärfen und fertig.

Eins hab ich noch

Was ihr normlerweise nicht zu sehen bekommt, das Originalbild ooC (out of Cam) so sieht das aus für das zweite Bild in der Galerie:

An dem Bild ist noch nix bearbeitet worden, es ist so wie es die Camera aufgenommen hat. Das nur mal als Einblick für euch, wie Bilder ganz ohne das Zauberwerkzeug Bildbearbeitung aussehen. Diese Bilder bekommt ihr nämlich nie zu sehen, die halten die meisten Fotografen (gibt Ausnahmen) unter Verschluß, weil sie eben einfach noch nicht so fertig sind wie der Fotograf sie gesehen hat in seinem Kopf 🙂

Habt ihr bis hier durchgehalten? Und war ganz schön Nasskalt oder? Dann habt ihr euch jetzt einen warmen Tee verdient 🙂

Liebe Grüße

Aurelia

War das zuviel? Doch noch nicht voll belastbar, Scheiß Depression!

Da bellt er wieder, der schwarze Hund, nicht sehr laut aber ich höre ihn. Er will mir wohl sagen das es (doch?) zu viel war am Wochenende, von Samstag bis Montag, mit dem was ich alles gemacht habe.

Kleine Warnsignale gab es an den drei Tagen zwar auch, aber man ey, ich will doch auch einfach nur mal wieder ganz normal die paar Dinge machen die ich sonst auch locker an einem Wochenende gemacht habe.

Es ging die Tage davor soweit gut, in meiner Einteilung heißt das „Guter Tag“, also hab ich auch überhaupt nicht geglaubt, oder dran gedacht, daß es hinterher dann so Scheiße wird. Denn wenn ich jetzt auch noch anfange drüber nachzudenken, daß es mir nach Aktivitäten doch wieder schlecht geht, ja dann kann ich mich auch gleich erschießen. Nee das will ich nicht, ich will das es ganz normal ist einfach Aktivitäten spontan und auch geplant zu machen und zuzusagen, ohne drüber zu Grübeln und abzuwägen, ob es danach wieder ausgelaugte leere dunkle Tage gibt.

Was hab ich denn nu alles gemacht am Wochenende? Nicht viel und doch anscheinend zu viel für mich (noch) zur Zeit.

Am Samstag Vormittag kam Maxi Aurelia auf einen Kaffee vorbei, sie hatte mir Freitagabend kurz geschrieben ob das ok ist. Klar ist das ok meine Kinder können immer kommen zu jeder Zeit! Aber mein Kopf legte dann Freitag gleich los, mit Denkspirale: „Du willst aber doch Schnitzel machen und später hast du Kegelwettkampf, dann schaffst du das gar nicht alles. Doch schaff ich. Halt die Klappe, ich schreib Kind jetzt das ich um 12 Uhr mit Mittag machen anfange und Nachmittags um halb drei weg muss zum Kegeln, dann passt das alles. Aber du brauchst doch länger um die Schnitzel zu panieren und wenn dann alle in der Küche sitzen ist da kein Platz. Doch das geht dann panier ich eben auf dem Schrank oder die müssen solang ins Wohnzimmer….“ Soweit meine bekloppten und völlig nervenden Kopfdenkspiralen.

Morgens dann kam dieses Angstgefühl angekrochen, weil ich immer noch bei dem Gedanken ans Essen machen hing und das es ja alles viel zu knapp wird und alles dann durcheinander ist. (In Depressionsfreien Zeiten ist sowas auch bei mir kein Drama gewesen, dann war ich spontan und verschwendete keine Gedanken daran, sondern machte ganz pragmatisch einfach ein Brot und fertig. Hier war es früher häufig so das ich Situationsbedingt einfach was über den Haufen geschmissen habe und dennoch waren alle zufrieden und die Welt ist auch nicht untergegangen) Eine Stunde hab ich hin und her gegrübelt, bis ich dann zu Herrn Aurelia sagte, ich mach kleine Bratwurst, die gehen schneller als Schnitzel und ich komme nicht in Zeitnot. War natürlich für ihn völlig in Ordnung, denn er kennt ja meine Scheiß Gedankenspiralen und dieses sich völlig darin aufzureiben weil es für mich alles durcheinander ist und dann alles nicht so ist wie ich wollte. Nachdem ich das gesagt hatte (ja ich lerne, ich muss klar Kommunizieren was los ist) war die Angst weg und als Töchterlein mit Schwiegersohn kam war alles schön. Wir haben entspannt Kaffee getrunken und ich war nicht unruhig oder auf dem Sprung. Nachdem sie gegangen waren hab ich uns Bratwurst gemacht und es war genug Zeit, auch zusammen den Abwasch zu machen noch eine Tasse Kaffee im Wohnzimmer zu trinken und mich dann in Ruhe fertig zu machen um zum Wettkampf zu gehen.

Beim Kegeln dann war auch erst alles gut bis ich dann erfuhr das wir anders als vor der Saison angekündigt, doch einzeln rausgehen, heißt von jeder Mannschaft immer ein Spieler. Vorher wurde aber gesagt das immer zwei Spieler aus einer Mannschaft raus gehen. Das hätte bedeutet das wir auch früher mit dem Wettkampf fertig sind und ich zwei Stunden früher zuhaus bin.

Ich merkte wie das Angstgefühl und die Unruhe wieder hoch kroch in mir. Das war wieder nicht richtig für meinen Kopf. Wieder Gedankenspirale: „Dann kommst du ja viel später nach Haus, du musst unbedingt zuhaus anrufen damit Herr Aurelia weiß das du länger beim Kegeln bleibst. Dann muss er sich schon mal was zu Essen machen, sonst wird das viel zu spät. Das findet er bestimmt nicht gut.“ Soweit wieder meine Kopfdenkspirale.

Ich hab mich dann erst mal auf einen Stuhl gesetzt und konzentriert geatmet um nicht auch noch in das völlig falsche Atmen zu fallen. Das passiert dann nämlich auch wenn die Angst und die Gedankenspiralen kommen. Irgendwann wurde ich dann wieder ruhiger und hab dann kurz zuhaus bei Herrn Aurelia angerufen und was war? Alles ganz easy! Natürlich fand er das nicht blöd oder sowas und klar macht er sich dann auch was zu Essen, er ist schließlich Erwachsen und kann gut für sich selbst sorgen. Aber das begreift mein Kopf wohl irgendwie noch nicht so wirklich, wenn etwas anders als von mir geplant läuft. Da kommt sofort der alles unter Kontrolle haben müssen Mechanismus durch, gepaart mit dem ich bin Verantwortlich dafür das es jetzt schlecht läuft.

Für Sonntag Nachmittag hatten wir dann einen Besuch bei Schwiegereltern geplant, war alles super und war schön. Nix was irgendwie anstrengend gewesen wäre. Abends zuhaus merkte ich aber das ich keine Lust mehr auf Kommunikation habe, das ich irgendwie leer und ausgelaugt bin. Ich wollte nur noch vom Fernseher berieselt werden und nix Denken oder reden. Hab ich dann auch gemacht und es auch gesagt (das ist ein Fortschritt auf den ich stolz sein darf, denn das war etwas was ich nie gemacht habe, dieses sagen).

Für Montagfrüh hatte Herr Aurelia dann einen Behördengang zu erledigen und meinte Freitag zu mir, daß wir hinterher doch noch schön durch die Stadt bummeln könnten, ob ich denn mitgehen möchte. Sonntagabend hab ich dann gesagt das ich mitgehe und er mich früher als sonst wecken kann, ich aber trotzdem Montagmorgen schauen will ob ich wirklich mit gehen kann. Diese Option, etwas auch ganz kurz absagen zu können ist wichtig für mich dass ich das jetzt klar kommunizieren kann, denn sie nimmt den Druck weg, etwas machen zu müssen auch wenn ich nicht kann. Das habe ich mir sonst nie zugestanden, etwas zugesagtes doch abzusagen, weil ich nicht kann. Das ist dieses um jeden Preis Funktionieren bloß nicht zeigen das es mir grad nicht gut geht. (ein weiterer Fortschritt auf den ich stolz sein darf, denn ich muss gar nix wenn ich nicht kann und ich kann es mir zugestehen)

Montagmorgen hab ich dann entschieden das ich Herrn Aurelia begleite zur Behörde und wir anschließend dann noch durch die Stadt bummeln. War auch soweit ok. Ganz bisschen unruhiges Gefühl nach dem Aufstehen und bis wir dann losgegangen sind, aber dann war es wieder weg und es war gut. Sogar einen Kakao haben wir uns im Restaurant noch gegönnt. Also wirklich ganz entspannter Vormittag.

Zurück Zuhaus haben wir es uns dann gemütlich gemacht auf der Couch.  Trotzdem alles so ruhig verlief, wurde ich immer ausgelaugter. Dazu dann noch ein bisschen Muskelkater, aber den hab ich sonst auch wenn wir Wettkampf hatten, stört mich eigentlich nicht geht ja wieder weg.

Aber dieses Körperlich völlig ausgelaugt sein und diese Kopfleere, die macht mich fertig. Denn ich weiß wo die herkommt, ich weiß das da der Hund bellt und mir einreden will das ich nix mehr kann, das ich nicht mehr belastbar bin und darum ja auch gleich einfach alles sein lassen kann. Bringt doch sowieso nix.

Heute haben wir Mittwoch und ich bin immer noch ziemlich ausgelaugt. Bin aber dennoch zum Einkaufen gegangen und habe eine große Runde gemacht, weil ich das wollte, egal ob da einer bellt, der soll sich verziehen in seinen Korb.

Das Aufschreiben hier hilft mir und es dient mir auch dazu es selber zu lesen, daß nicht ich das bin die so völlig konfuses Denken hat und zusammenbricht nur weil Besuch kommt oder der Ablauf beim Sport ein anderer ist, nein das ist die Depression die mir das versucht einzureden! Sie will mich wohl testen und gerne wieder am Boden liegen sehen, keine Ahnung, darum bringt sie auch noch Komplizen mit, wie dieses Körperlich total schlapp sein, Rückenschmerzen (heute mal zur Abwechslung), mehr Ohrgeräusche und das bekannte klumpige Kloßding im Hals.

Ich gönn mir einfach ein bisschen Ruhe und pflege noch ein wenig meinen Muskelkater und nehm mir Zeit für das was ich grad möchte und dann wird es Morgen bestimmt wieder ein Guter Tag! (und wenn nicht Morgen dann eben Übermorgen)

Die Depression kann mich nämlich mal am Arsch lecken!!!

Aurelia

PS: Für Menschen ohne Depression sind die paar Aktivitäten keine große Sache, auch die Interaktion mit vielen Menschen ist da wohl kein Problem, aber für Menschen mit Depressionen können/sind solch paar kleine Aktivitäten schon eine riesen große Herausforderung und Belastung die dann einige Tage lang nachwirken können.